Die Duisburger Stadtmauer und der Koblenzer Turm




Die Stadtmauer der Stadt Duisburg wurde 1120 n. Chr. angelegt, sie war ca. 2500 m lang, ihre höchste Erhebung war der Koblenzer Turm. Diese Stadtmauer an Rhein und Ruhr mit derartigem Umfang gilt bis heute als eine der besterhaltenen mittelalterlichen Stadtmauern im deutschen Sprachraum. In ihr hatten mehr als 2000 Menschen Platz. Der Koblenzer Turm, ein Eckturm, war ein Wehrturm zum Schutz der Handels- und Partnerstadt Duisburg und wurde im Mittelalter von Koblenzer Bautruppen vor Ort erstellt und mit Koblenzer Soldaten zum Schutz der Stadt Duisburg bestückt. Das nennt man Freundschaft.
Hinweis: Dies ist virtuelle Denkmalpflege. Die Informationsseiten sind für interessierte Bürger der beiden Wehrtürme – Koblenzer Turm in Duisburg und Ochsenturm in Koblenz – gedacht.
Denkmalpflege
Denken und Pflegen – Traditionen wahren, das ist die Aufgabe des Kultursalons Koblenz bei der Betreuung beider Türme am Rhein.
Im 12. Jahrhundert gab es eine ungewöhnliche Städtefreundschaft zwischen den Handelsdrehscheiben Duisburg und Koblenz. Zwei Handelsstädte, die jeweils an zwei Flüssen lagen. Beide Städte hatten hilfreiche Abkommen miteinander. Der Duisburger besaß sozusagen Koblenzer Stadtrechte und ebenfalls konnte der Koblenzer die Stadtrechte der Duisburger wahrnehmen. Das zeigte sich in Steuererlassen etc… Jede Stadt baute in der Partnerstadt einen Wehrturm zum Schutze dieser. Eine wahre Freundschafts-Geste. Die Reste des Koblenzer Turms stehen heute noch sichtbar als altes Denkmal im Duisburger Innenhafen, eine Flaniermeile mit vielen Museen.
Den Ochsenturm der Stadt Duisburg, einen Wehrturm, der innerhalb der Koblenzer Stadtmauer an der Mosel stand, haben die Franzosen einst wie die Philippsburg gesprengt. Doch das Duisburger-Geschenk, Ochsenturm genannt, lebt in alten Koblenzer Annalen und Gemälden fort – und kann durch den Austausch von Kultur wieder zum Leben erweckt werden …
Die Koblenzer Stadtmauer und der Ochsenturm – Ein Einblick ins Mittelalter …




Im 11. Jahrhundert nach Christi kannte Koblenz nur die Reste einer römischen Befestigung. Erzbischof von Isenburg begann diese 1250 durch einen städtischen Mauerbau zu erweitern. Die Alte Burg – siehe Bild 2 – wurde als Zwingburg mit der Stadtmauer angelegt. Mit dem starken neuen Rundturm, auch „Ochsenturm“ genannt und 1286 fertiggestellt, begann die Stadtmauer und wurde 1682 letztendlich fertig.
Die Koblenzer Stadtmauer begann dort, wo heute die Moseleisenbahnbrücke auf Koblenzer Seite ansetzt. Der Ochsenturm am Startkopf der Stadtmauer war ein Geschenk der Handels- und Partnerstadt Duisburg zum Schutz und zur Unabhängigkeit der Bürger von Koblenz. Dieser strategisch wichtige Rundturm fiel jedoch den Sprengungen des französischen Militärs zum Opfer – laut Dilbeckerplan wird er bereits 1794 als „gesprengt“ bezeichnet. Gleiches geschah mit der rechtsrheinischen Philippsburg. Wenige Jahre später soll nichts vom Turm aus Duisburg mehr übrig gewesen sein. Es war damals üblich, brauchbares Gestein anderweitig einzusetzen.
Auch hatten noch andere rheinische Städte mit Koblenz Handelsbündnisse, doch einen wehrhaften Turm zum Schutz der Partnerstadt baute nur die Handelsstadt Duisburg den Koblenzern in ihre Stadtmauer. Im Herzen der Koblenzer sowie in Annalen und auch auf Bildern, Gemälden lebt der Ochsenturm als ein besonderes historisches Freundschaftssymbol weiter fort.
Mehr Informationen zur Geschichte der beiden Städte finden Sie auf dieser Webseite – siehe die Seiten „Historie Koblenz“, „Historie Duisburg“ – zur Entstehung, historischen Prägung und Wappenentwicklung sind im Aufbau.
„Als Koblenzer noch Duisburger waren“
Im Frühjahr 2017 spazierte Petra Lötschert, die Gründerin Kultursalon Koblenz mit einer Kamera bewaffnet den Duisburger Innenhafen entlang, heute eine Museums- und Gastromeile. Und was sie dort entdeckte, hielt sie gleich mit der Kamera fest: den Koblenzer Turm. Ein gewaltiges Monument innerhalb der Duisburger Stadtmauer. Ein Stück Koblenz an Rhein und Ruhr. Und wie das Schicksal so will, korrespondierte sie im Frühjahr 2018 mit dem Kreativquartier Duisburg, erinnerte sich im Telefongespräch an den Koblenzturm im Innenhafen, recherchierte – und entdeckte eine alte Freundschaft zwischen den ca. 170 km entfernt liegenden Rheinstädten. Diese Freundschaft muss gepflegt werden, beschloss sie, diese ist sensationell, originell, authentischen Ursprungs.
Es gelang der Gründerin des Kultursalons Koblenz, den Chef des Duisburger Kreativquartiers Ruhrort Heiner Heseding sowie die Koblenzer Kulturdezernentin Dr. Margit Theis-Scholz für diese fast 1000 Jahre alte historische Partnerschaft zu begeistern. Ein fundierter Informationsaustausch ist bereits im Gange. Duisburg denkt bereits an ein Koblenzer-Turm-Fest.
Artikel: https://www.waz.de/staedte/duisburg/als-koblenzer-noch-duisburger-waren-id8268304.htm
Zeit der Archivare …
Quellenangaben: Der Kultursalon Koblenz bedankt sich besonders beim
Duisburger Stadtarchiv Bild 4
Koblenzer Stadtarchiv Bild 5